Was brauche ich alles um ein Meerwasseraquarium zu starten?

Was brauche ich alles um ein Meerwasseraquarium zu starten?

Ein Meerwasseraquarium zu starten, ist heute einfacher als je zuvor. Trotzdem musst du vor dem Start überlegen, was du wirklich brauchst. Neben dem Aquarium selbst gehören die passende Technik, eine gute Versorgung und natürlich der Riffaufbau mit den späteren Bewohnern dazu.

Beim Aquarium hast du die Wahl: ein komplettes System, ein fertiges Becken mit individuell zusammengestellter Technik oder eine komplett massgefertigte Lösung. Damit du den Überblick behältst, teilen wir alles in drei Bereiche auf: Aquarium und Technik, Versorgung und Betrieb sowie Riffaufbau und Tiere.

Aquarium

Für den Einstieg würde ich dir ein komplettes Aquariensystem oder ein fertiges Aquarium mit individuell zusammengestellter Technik empfehlen. Damit kommst du einfacher ins Hobby rein und musst dich am Anfang nicht gleich mit jeder möglichen technischen Lösung beschäftigen.

Bei der Wahl des Aquariums kommt ziemlich schnell die Frage nach der Grösse. Grundsätzlich ist ein grösseres Meerwasseraquarium etwas einfacher stabil zu halten als ein kleines. Je mehr Wasser im Becken ist, desto langsamer verändern sich die Wasserwerte. In einem kleinen Aquarium können Schwankungen dagegen schneller auftreten.

Trotzdem finde ich nicht, dass du als Einsteiger zwingend mit einem grossen Aquarium starten musst. Auch ein kleines Becken kann richtig schön sein und viel Spass machen. Wichtig ist einfach, dass der Besatz dazu passt. Ich würde am Anfang eher Korallen wählen, die kleinere Schwankungen gut vertragen und nicht ganz so empfindlich auf die Wasserwerte reagieren. Das macht den Einstieg entspannter und du kannst das Hobby Schritt für Schritt kennenlernen.

Bei den Fischen bist du in einem kleineren Aquarium natürlich etwas eingeschränkter. Für mich ist das aber gar nicht so schlimm, denn gerade die kleinen Fische finde ich oft besonders spannend. Es gibt zum Beispiel viele schöne Grundeln oder Schleimfische, die je nach Art gut in kleinere Becken passen. Und lass dich vom Namen Schleimfisch nicht abschrecken: Das sind wirklich putzige und interessante Tiere mit viel Charakter.

Am Ende spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. Je grösser das Aquarium wird, desto teurer werden meistens auch die weiteren Bereiche: Technik, Versorgung, laufender Betrieb, Riffaufbau und Besatz. Deshalb würde ich nicht einfach das grösstmögliche Aquarium wählen, sondern eines, das gut zu deinem Platz, deinem Budget und zu dem passt, was du daraus machen möchtest.

Technik

ei der Technik bin ich ein Fan davon, es am Anfang möglichst einfach zu halten. Und ehrlich gesagt auch später noch. Je weniger Technik du verbaust, desto weniger musst du warten, reinigen und im Blick behalten.

Wenn du dich für ein Komplettsystem wie zum Beispiel die MAX Serie von Red Sea entschieden hast, bist du technisch schon fast komplett ausgestattet. Das «fast» ist eine zusätzliche Empfehlung von mir, auf die ich gleich noch komme.

Wir starten von oben nach unten. Als Erstes brauchst du natürlich Licht. Wichtig ist dabei nicht nur die Leistung, sondern auch, dass dein Aquarium möglichst gleichmässig ausgeleuchtet wird. Gerade für die Korallen, sollte das Licht überall dort ankommen, wo du sie platzieren möchtest.

Danach kommt die Strömung. Bei kleinen Nano-Aquarien reicht meistens eine Strömungspumpe. Bei grösseren Becken würde ich mindestens zwei empfehlen. Damit kannst du die Strömung viel besser verteilen und verhindern, dass Bereiche entstehen, in denen sich Schmutz sammelt oder kaum Wasserbewegung vorhanden ist.

Als Nächstes kommt der Abschäumer. Er bringt Sauerstoff ins Aquarium und hilft dabei, organische Stoffe aus dem Wasser zu entfernen. Dadurch unterstützt er dich dabei, die Nährstoffwerte im Griff zu behalten.

Wenn dein Aquarium ein Technikbecken hat, brauchst du ausserdem eine Rückförderpumpe. Sie bringt das Wasser aus dem Technikbecken wieder zurück ins Hauptbecken und sorgt damit für den Kreislauf zwischen den beiden Bereichen.

Da in einem Meerwasseraquarium den ganzen Tag über Wasser verdunstet, würde ich dir zusätzlich eine automatische Nachfüllanlage empfehlen. Sie ersetzt das verdunstete Wasser automatisch mit Osmosewasser. Das ist wichtig, weil beim Verdunsten nur das Wasser verschwindet, das Salz aber im Aquarium bleibt. Ohne Nachfüllen würde der Salzgehalt deshalb langsam ansteigen.

Damit stellt sich natürlich die nächste Frage: Woher bekommst du das Osmosewasser? Darauf kommen wir später noch beim Thema Wasseraufbereitung zurück.

Und jetzt kommt noch meine zusätzliche Empfehlung: Ich würde dir bereits zu Beginn eine Dosierpumpe einbauen. Sie nimmt dir später viel Arbeit bei der Versorgung des Aquariums ab. Ich würde mindestens eine Dosierpumpe mit zwei Köpfen wählen, wenn möglich sogar direkt mit vier. Früher oder später wirst du diese vier Dosierkanäle wahrscheinlich sowieso brauchen. So bist du von Anfang an gut vorbereitet und musst später nicht nochmals umbauen.

Versorgung und Betrieb

Bevor wir zur eigentlichen Versorgung kommen, müssen wir zuerst noch über die Wasseraufbereitung sprechen. Denn bevor die ersten Tiere einziehen können, musst du dein Aquarium natürlich erst einmal mit Meerwasser füllen.

Dafür brauchst du eine Osmoseanlage. Sie filtert dein Leitungswasser sehr stark und entfernt einen Grossteil der enthaltenen Stoffe. So bekommst du eine möglichst saubere Basis für dein Meerwasseraquarium. Das Osmosewasser bereitest du anschliessend mit einem geeigneten Meersalz auf. Neben klassischem Salz gibt es auch flüssige Konzentrate, mit denen du Meerwasser herstellen kannst. Wichtig ist vor allem, dass du ein gutes und für die Meerwasseraquaristik geeignetes Produkt verwendest.

Damit kommen wir zur eigentlichen Versorgung. Zu den wichtigsten Werten gehören Calcium, Magnesium und die Karbonathärte. Dazu kommen Mikro- und Spurenelemente, die deine Korallen ebenfalls benötigen. Das klingt am Anfang vielleicht nach ziemlich viel Chemie, aber keine Sorge: Du bist schneller im Thema, als du denkst.

Für die Grundversorgung gibt es heute verschiedene Systeme. Du kannst zum Beispiel mit fertigen Konzentraten arbeiten, mit zwei oder mehreren Lösungen oder mit Systemen, bei denen du Pulver selbst mit Osmosewasser anmischst. Ich persönlich bin ein Fan von Komplettlösungen in konzentrierter Form. Du musst weniger vorbereiten und kannst die Versorgung zusammen mit einer Dosierpumpe sehr einfach automatisieren.

Zusätzlich würde ich dir empfehlen, auch Stickstoff und Phosphat von Anfang an mit einzuplanen. Falls dein Aquarium zu wenig Nährstoffe hat, kannst du damit gezielt reagieren und Nitrat sowie Phosphat auf dem gewünschten Niveau halten. Gerade bei gut laufenden und eher nährstoffarmen Becken kann das später sehr hilfreich sein.

Im laufenden Betrieb musst du natürlich wissen, wie sich die Werte in deinem Aquarium entwickeln. Dafür gehören Wassertests von Anfang an dazu. Besonders Calcium, Magnesium und Karbonathärte solltest du regelmässig kontrollieren. Auch Nitrat und Phosphat sind wichtig, damit du weisst, wie sich die Nährstoffe in deinem Aquarium entwickeln.

Gerade am Anfang würde ich es auch hier möglichst einfach halten. Nicht jeden Tag an irgendwelchen Werten drehen, sondern regelmässig messen, beobachten und langsam ein Gefühl für dein Aquarium bekommen. Mit der Zeit merkst du ziemlich schnell, wie viel deine Korallen verbrauchen und wie du die Versorgung entsprechend einstellen musst.

Riffaufbau und Tiere

Jetzt kommen wir zu dem Teil, der für mich die Meerwasseraquaristik erst richtig spannend macht: dem Riffaufbau und natürlich den Tieren.

Beim Riffaufbau bevorzuge ich künstliches Riffgestein. Natürlich gibt es auch Aquarianer, die auf Lebendgestein setzen, aber für mich hat künstliches Gestein einige klare Vorteile. Vor allem kannst du dein komplettes Riff ganz in Ruhe im Trockenen aufbauen. Du kannst verschiedene Formen ausprobieren, Steine versetzen und dir wirklich Zeit nehmen, bis dir dein Aquascape gefällt.

Bei Lebendgestein ist das schwieriger, weil es möglichst feucht bleiben sollte. Zusätzlich besteht immer die Gefahr, dass du dir unerwünschte Gäste ins Aquarium holst. Dazu können zum Beispiel Kugelalgen oder Glasrosen gehören, die dir später einiges an Arbeit machen können.

Mein Tipp wäre deshalb, das Riff zuerst komplett mit künstlichem Gestein aufzubauen. Damit trotzdem von Anfang an Leben und wichtige Bakterien ins Aquarium kommen, würde ich zusätzlich Lebendsand verwenden. Dieser enthält bereits eine Vielzahl lebender Bakterien und unterstützt den Start des biologischen Systems.

Zum Schluss kommt natürlich noch der Tierbesatz. Korallen, Fische und Wirbellose sind ein riesiges Thema, auf das ich in weiteren Beiträgen noch genauer eingehen werde. Wichtig ist mir aber, dass du dich vor dem Kauf immer informierst, ob deine Wunschtiere auch als Nachzuchten erhältlich sind.

Das kann sowohl bei Korallen als auch bei Fischen Vorteile haben. Nachzuchttiere sind häufig bereits gut an das Leben im Aquarium angepasst. Bei Korallen hast du zudem oft ein geringeres Risiko, unerwünschte Plagen einzuschleppen.

Bei Fischen solltest du ausserdem immer darauf achten, dass die Art wirklich zu deiner Aquariengrösse passt. Ich persönlich finde viele kleinere Fische meist spannender als wenige grosse. Gerade Grundeln, Schleimfische und andere kleine Arten bringen viel Bewegung und Charakter ins Riff, ohne dass du dafür gleich ein riesiges Aquarium brauchst.

Aquarium und Technik

  • Aquarium oder Komplettsystem

  • Beleuchtung

  • Strömungspumpe oder Strömungspumpen

  • Abschäumer

  • Rückförderpumpe bei Aquarium mit Technikbecken

  • Automatische Nachfüllanlage

  • Dosierpumpe, idealerweise mit mehreren Dosierköpfen

Wasseraufbereitung und Versorgung

  • Osmoseanlage

  • Meersalz oder Meerwasser-Konzentrat

  • Versorgungssystem

  • Stickstoffversorgung

  • Phosphatversorgung

  • Wassertests für Calcium und Karbonathärte

  • Wassertests für Nitrat und Phosphat

  • Messgerät für Salzgehalt

Riffaufbau

  • Künstliches Riffgestein oder Lebendgestein

  • Lebendsand

  • Riffaufbau planen und genügend freie Schwimmfläche einrechnen

  • Standorte für die späteren Korallen berücksichtigen

Tiere

  • Geeignete Korallen für den Einstieg auswählen

  • Fische passend zur Aquariengrösse auswählen

  • Wirbellose passend zum Besatz auswählen

  • Wenn möglich Nachzuchten bevorzugen